Poker: Texas Holdem
Texas Holdem hat sich zur aktuell beliebtesten Pokervariante entwickelt und ist in den meisten Casinos, bei den Turnieren und den Online-Spielen am häufigsten anzutreffen. Gerade diese Spielform des Pokers gewinnt auch immer mehr Freunde. Vor allem zwei Gründe lassen sich für diesen Boom festmachen. Zum einen sind es die sehr einfach gestrickten Regeln, nach denen Texas Holdem gespielt wird. Sie sind verständlich aufgebaut und es bedarf selten mehr als einer Spielrunde, um sie zu verinnerlichen. Der zweite Grund liegt darin, dass Texas Holdem die Pokervariante ist, bei der die Spieler die meisten Informationen für den Aufbau eine Strategie erhalten. Bis zu sieben Karten kann jeder Spieler sehen. Damit ist für einen Sieg weniger Glück gefragt, denn Können und Wissen um die Statistik des Spiels. Doch so einfach das Spiel auch scheint. Experten und Profis halten Texas Holdem für die komplexeste Variante des Pokerspiels. Es wird schnell gespielt, es kann hoch gewonnen, aber ebenso sehr viel verloren werden. Ob das Spiel als angenehm oder doch eher als hart empfunden wird, hängt nicht nur von der Tagesform ab, sondern auch von der Erfahrung. Schwächen, ob körperlich oder geistig, sollte man sich nicht erlauben, wenn man auf der Gewinnerseite stehen möchte.
Vor dem ersten Spiel der Variante Texas Holdem ist es ratsam, die Regeln sehr genau zu studieren. Gespielt wird mit den normalen französischen Spielkarten. Insgesamt gibt es 52 Karten, mit denen zwei bis maximal elf Personen spielen. Das Besondere an den Holdem-Varianten ist, dass fünf Karten offen in der Mitte des Tisches liegen. Bezeichnet werden sie als Board Cards oder aber als Community Cards. Sie können von jedem Spieler benutzt werden, um ein möglichst perfektes Blatt zu erhalten. Zusätzlich hat beim Texas Holdem jeder Spieler zwei Karten, die er verdeckt erhält und die nur er kennt. Sie sind zusammen mit den auf dem Tisch liegenden Karten, deren Bild nach und nach aufgedeckt wird, die Basis für jede Strategie.
Bevor das eigentliche Spiel beginnt, muss ein Geber bestimmt werden. Dazu mischt der Croupier die Karten und lässt abheben. Jeder Teilnehmer der Pokerrunde erhält anschließend eine Karte. Derjenige mit der höchste Karte übernimmt im ersten Spiel die Rolle des Gebers oder auch Dealers und hat vor sich als Markierung den „Dealer´s Button“ stehen. Er wandert im Uhrzeigersinn mit jedem Spiel von Teilnehmer zu Teilnehmer. Die Aufgabe des Gebers hat weniger mit dem Verteilen der Karten zu tun, was nach wie vor Aufgabe des Croupiers ist, sondern mit der Reihenfolge des Setzens.
Denn zwei Spieler müssen beim Texas Holdem auf jeden Fall einen Einsatz zahlen. Dabei handelt es sich um die Blinds. Der Spieler, der links neben dem Geber sitzt, zahlt den „Small Blind“, die Hälfte des für das Spiel vereinbarten Minimum-Limits. Der nächste Spieler links vom Dealer zahlt den „Big Blind“, die volle Summe des Limits, sprich den Mindesteinsatz. Bei einem Spiel mit einem 10€/20€-Limit beispielsweise beträgt das Small Blind 5€ und das Big Blind 10€.
Erst jetzt kommen die ersten Karten auf den Tisch. Diese Runde nennt sich „Pre Flop“. Jeder Spieler erhält zwei Karten mit dem Bild nach unten. Diese Karten werden beim Texas Holdem „Pocket Cards“ oder auch „Hole Cards“ genannt. Nur dem Spieler ist bekannt, welche Karten er hat. Davon ausgehend, startet die erste Wettrunde. Den Anfang macht der Teilnehmer, der links neben dem Spieler sitzt, der das „Big Blind“ gezahlt hat. Er hat nun mehrere Möglichkeiten, auf seine beiden Karten zu reagieren. Wenn er angesichts seines Blattes keine Chance auf den Pot sieht, steigt er aus. Ansonsten kann er entweder mitgehen und einen Betrag setzen, der dem „Big Blind“ entspricht, oder den Einsatz erhöhen. In dieser Form ist nun jeder Spieler an der Reihe. Als Letzter setzt der Teilnehmer, der zu Anfang den „Big Blind“ zahlen musste. Damit ist die erste Runde beim Texas Holdem beendet. Nicht selten haben an dieser Stelle schon einige Spieler die Segel gestrichen und warten auf das nächste Spiel. Das hängt ganz davon ab, wie man die beiden Karten vor sich einschätzt. Dass bereits in dieser Bietrunde im wahrsten Sinne des Wortes hoch gepokert wird, ist eher selten der Fall.
Denn erst in der zweiten Spielrunde kommen weitere Karten auf den Tisch und lassen somit zuverlässigere Schlüsse auf die Qualität und die Erfolgsaussichten des eigenen Blattes zu. Die drei Karten, die jetzt mit dem Bild nach oben auf den Tisch gelegt werden, nennen sich „Flop“. Hat jeder Spieler sich ein Bild von den Karten gemacht, beginnt die zweite Bietrunde des Spiels. Sie fängt wieder beim Spieler an, der links vom Geber sitzt und noch aktiv am Spiel teilnimmt. Wie schon zuvor kann er nun setzen, erhöhen, aussteigen oder aber abwarten und vorerst nicht setzen. Die Höhe der Einsätze und der Erhöhungen richtet sich in dieser Runde nach dem Mindesteinsatz. So geht es im Uhrzeigersinn weiter, bis jeder Spieler entweder einen Einsatz getätigt oder aber aufgegeben hat. In der zweiten Runde lichtet sich das Feld weiter. Denn mit jeder Karte, die offen gelegt wird, können die Spieler besser kombinieren und Rückschlüsse ziehen. Das macht Texas Holdem zu einer so interessanten Poker-Variante.
Die nächste Runde wird mit der vierten Karte eingeläutet, die vom Croupier offen auf den Tisch gelegt wird. Sie heißt Turn. Damit hat jetzt jeder Spieler sechs Karten zur Verfügungen, mit denen er eine Pokerhand bilden kann. Für die Spieler zeichnet sich nun immer deutlicher ab, mit welchem Blatt sie rechnen dürfen. Vielleicht haben sie auch schon die perfekten Karten vor sich auf dem Tisch. Anmerken lassen wird sich das niemand. Erst beim Setzen, das wieder beim Spieler links vom Button beginnt, zeigt sich, wie jeder einzelne seine Gewinnchance sieht. Vom Prinzip her läuft die Bietrunde wie die vorherigen. Allerdings ändert sich das Limit. Von nun an wird mit dem oberen Satzlimit, bei einem 10€/20€-Spiel wären das 20€, gespielt. Ansonsten kann wieder jeder am Tisch entscheiden, ob er weiter macht und wie hoch er setzen möchte. Der Pot, um den es geht, wird immer größer und die Spannung steigt an.
Erst wenn die fünfte und letzte Karte offen auf den Tisch gelegt wird, der River, wissen die Spieler, ob sie bislang richtig gesetzt oder sich vielleicht überschätzt haben. Wenn nicht schon vorher, beginnt jetzt das Taktieren. Der Spieler, der als erster links vom Dealer sitzt, muss wieder beginnen. Das Limit in dieser letzten Einsatzrunde entspricht dem der vorigen Runde. Auch an den Möglichkeiten der Spieler, entweder zu halten, zu erhöhen, auszusteigen oder abzuwarten, ändert sich mit dem „River“ nichts. Diese Runde bildet im Grunde genommen den Abschluss des Spiels.
Sobald alle Spieler ihre Entscheidung getroffen haben, werden die Karten offen gelegt - falls noch mindestens zwei Spieler dabei sind. Dieser Teil des Spiels heißt nicht umsonst „Show Down“. Dabei beginnt der Spieler, der zuletzt gesetzt oder erhöht hat. Wurde im Verlauf der Runde nicht gesetzt oder erhöht, ist der Spieler neben dem Geber auch jetzt als Erster an der Reihe. Den Pot, also die Summe aller Einsätze, die in den Runden gemacht wurden, erhält der Teilnehmer mit dem besten Fünf-Karten-Blatt. Dieses Blatt kann mit den beiden eigenen Karten und den fünf, offen auf dem Tisch liegenden Community Cards gebildet werden. Diese fünf Karten darf jeder nutzen. Wird das Blatt nur mit diesen Karten gebildet, muss dieser Schritt angekündigt werden. Ansonsten würde das Weglegen der eigenen beiden Karten als Ausstieg verstanden. Die Farben der Karten, also Kreuz, Pik, Herz und Karo spielen beim Texas Holdem keine Rolle und werden im Gegensatz zu anderen Spielen nicht extra gewertet. Sollte es beim Show Down zu einem Unentschieden zwischen zwei oder mehr Spielern kommen, wird der Pot entsprechend aufgeteilt. Während der Einsatzrunden besteht zudem jederzeit die Möglichkeit, dass bis auf einen Spieler alle anderen aussteigen. Er hat in dem Fall gewonnen, auch wenn das Blatt eigentlich keinen besonderen Wert hat. Pokern hat also immer auch etwas mit Bluffen zu tun.
